Jugendliche und Ausbildungsbetriebe besser zusammenbringen

Praktika als Brücke in die duale Ausbildung

Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften ist groß – dennoch bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Gleichzeitig finden viele Jugendliche trotz Interesse keinen Ausbildungsplatz. Zudem sind instabile Ausbildungsverläufe und hohe Vertragslösungsquoten nach wie vor eine Herausforderung. Diese Entwicklungen zeigen: Jugendliche und Ausbildungsbetriebe finden häufig nur schwer zueinander. Genau hier setzt unser Projekt an. Gemeinsam mit Unternehmen und regionalen Partnern entwickeln wir einen neuen Ansatz, wie Jugendliche und Ausbildungsbetriebe besser zueinander finden. Ziel ist es, den Übergang von der Schule in die Ausbildung besser zu begleiten und die Passung zwischen Jugendlichen, Ausbildungsberufen und Ausbildungsbetrieben nachhaltig zu verbessern. Ein zentraler Baustein dieses Ansatzes ist ein neues Praktikumsformat als Einstiegsmöglichkeit der dualen Ausbildung.


Unser Ansatz – Mehr Sichtbarkeit. Mehr Begegnungen. Mehr Passung.

Praktika sind für viele Ausbildungsbetriebe das wichtigste Instrument, um die Passung vor einer Ausbildung besser einschätzen zu können. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass bestehende Praktikumsangebote diese Aufgabe nicht immer ausreichend erfüllen. Das neue Praktikumsformat setzt genau in dieser Phase an. Es richtet sich an Jugendliche, die sich bereits für einen Ausbildungsberuf entschieden haben, und unterstützt den Übergang zwischen Berufsentscheidung und Ausbildungsbeginn. Ziel ist es, Erwartungen frühzeitig abzugleichen, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und fundierte Entscheidungen für eine Ausbildung zu ermöglichen. Entscheidend sind dabei nicht nur die Inhalte, sondern auch eine professionelle und didaktisch sinnvolle Gestaltung des Praktikums.

Im Mittelpunkt steht jedoch nicht allein die Ausgestaltung eines strukturierten Praktikumsformats, sondern die Entwicklung eines regionalen Matchingprozesses, der Jugendliche und Ausbildungsbetriebe in der entscheidenden Phase zwischen Berufsentscheidung und Ausbildungsbeginn besser zusammenbringt. Das Praktikum bildet dabei einen zentralen Baustein. Ergänzend geht es darum,

  • regionale Ausbildungsbetriebe sichtbarer zu machen,
  • direkte Begegnungen zwischen Jugendlichen und Unternehmen zu ermöglichen,
  • die Passung zwischen Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben frühzeitig einzuschätzen und
  • den Übergang in die duale Ausbildung aktiv zu begleiten.

Gemeinsam ein Konzept für die Praxis entwickeln

Der regionale Matchingprozess und das neue Praktikumsformat sollen nicht am Schreibtisch entstehen. Deshalb entwickeln wir das Konzept gemeinsam mit Ausbildungsbetrieben und weiteren regionalen Partnern. Ziel ist es, ein praxistaugliches Modell zu entwickeln, das zunächst in einem Pilotprojekt erprobt und anschließend gemeinsam weiterentwickelt werden soll. Im Mittelpunkt stehen unter anderem folgende Fragen:

  • Wie erreichen wir Jugendliche in der entscheidenden Phase zwischen Berufsentscheidung und Ausbildungsbeginn?
  • Wie kommen Jugendliche und Ausbildungsbetriebe möglichst niedrigschwellig zusammen?
  • Wie sollte ein Passungspraktikum gestaltet sein, damit beide Seiten davon profitieren?
  • Wie lässt sich die Passung zwischen Jugendlichen, Beruf und Betrieb besser einschätzen?
  • Wie kann das Konzept insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) praktikabel umgesetzt werden?

Aktueller Stand

Am 30. Juni 2026 fand ein erster Austausch mit Unternehmen und weiteren relevanten Partnern aus der Ems-Achse statt. Gemeinsam wurden Herausforderungen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen diskutiert und erste Ideen für einen regionalen Matchingprozess mit Passungspraktika entwickelt. Die Rückmeldungen bestätigten den Projektansatz und lieferten zahlreiche Impulse für die weitere Konzeptentwicklung. Derzeit bauen wir einen Arbeitskreis mit interessierten Unternehmen und weiteren regionalen Partnern auf. Gemeinsam soll das Konzept in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet und anschließend im Rahmen eines Pilotprojekts erprobt werden. Das erste Treffen des Arbeitskreises ist nach den Sommerferien geplant.

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Im Arbeitskreis mitwirken

Sie möchten Ihre Erfahrungen aus der Ausbildungspraxis einbringen und die Entwicklung des Konzepts aktiv mitgestalten? Dann freuen wir uns über Ihre Mitarbeit im Arbeitskreis. Gesucht werden insbesondere kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe aus der Ems-Achse-Region, die gemeinsam neue Wege entwickeln möchten, um Jugendliche und Ausbildungsbetriebe besser zusammenzubringen.

Jetzt Interesse am Arbeitskreis bekunden


Gefördert als JOBvision-Projekt

Die Entwicklung und Erprobung eines regionalen Matchingprozesses mit Passungspraktika ist ein kostenfreies Angebot des JOBvision-Projekts „Job-Rutsche Ems-Achse“ der Wachstumsregion Ems-Achse e. V. Mit der Initiative JOBvision fördert das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend bundesweit Projekte, die innovative Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entwickeln und erproben, um vakante Ausbildungsplätze nachhaltig zu besetzen, den Fachkräftebedarf in KMU zu decken und die duale Ausbildung zu modernisieren. Durchgeführt wird die Initiative vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Mehr Informationen finden Sie unter: JOBvision Programm | BIBB.