Jugendliche und Ausbildungsbetriebe besser zusammenbringen

Praktika als Brücke in die duale Ausbildung

Ein Praktikum gemacht, ein gutes Gefühl – und trotzdem zeigt sich erst in der Ausbildung, ob es wirklich passt? Viele kleine und mittlere Betriebe nutzen bereits Praktika, Schnupperarbeiten oder Probearbeiten, um Jugendliche vor Ausbildungsbeginn kennenzulernen. Doch häufig liefern diese nur einen ersten Eindruck. Nicht immer werden die Aspekte, die für eine langfristige Passung wichtig sind, gezielt erlebt und reflektiert. Genau hier wollen wir ansetzen: Wir entwickeln gemeinsam mit Partner/innen und Expert/innen aus der Ausbildungspraxis eine Blaupause für Passungspraktika – also Empfehlungen und konkrete Bausteine dafür, wie Praktika und Probearbeiten gestaltet werden können, damit Jugendliche und Betriebe die gegenseitige Passung besser einschätzen können. Weg vom Bauchgefühl – hin zu sichereren Entscheidungen auf beiden Seiten.


Unser Ansatz – Mehr Sichtbarkeit. Mehr Begegnungen. Mehr Passung.

Das Passungspraktikum setzt an einem Punkt an, an dem häufig bereits konkretes Interesse an einer Ausbildung besteht. Es geht nicht primär um Berufsorientierung, sondern darum, dass Jugendliche und Betriebe sich vor Ausbildungsbeginn gezielt kennenlernen und die gegenseitige Passung besser einschätzen können. Dabei wollen wir nicht das Praktikum neu erfinden, sondern bestehende Praktika und Probearbeiten gezielt weiterentwickeln. Entscheidend ist, was Jugendliche und Betriebe im Praktikum erleben, worüber sie sich austauschen und welche Möglichkeiten es gibt, die Erfahrungen anschließend gemeinsam zu reflektieren. Das Passungspraktikum ist zugleich ein wichtiger Baustein unseres regionalen Matchingansatzes. Denn passende Jugendliche und Ausbildungsbetriebe müssen zunächst zueinander finden. Deshalb wollen wir

  • regionale Ausbildungsbetriebe sichtbarer zu machen,
  • direkte Begegnungen zwischen Jugendlichen und Unternehmen zu ermöglichen,
  • Jugendliche und Betriebe in der entscheidenden Phase der Ausbildungsentscheidung zusammenbringen und
  • mit dem Passungspraktikum einen strukturierten Rahmen für das gegenseitige Kennenlernen schaffen.

Gemeinsam ein Konzept für die Praxis entwickeln

Die Blaupause für Passungspraktika und der regionale Matchingansatz sollen nicht am Schreibtisch entstehen. Deshalb entwickeln wir sie gemeinsam mit Ausbildungsbetrieben und weiteren Partner/innen aus der Ausbildungspraxis. Dabei gehen wir in drei Schritten vor:

  1. Konzept: Gemeinsam klären wir, was „Passung“ konkret bedeutet und welche Bausteine ein gutes Passungspraktikum braucht. Daraus entsteht ein praxisnaher Qualitätsrahmen bzw. eine Blaupause, die Betrieben Orientierung für die Gestaltung ihrer Praktika und Probearbeiten gibt.
  2. Pilot: Die entwickelten Ansätze werden mit interessierten Betrieben und Jugendlichen erprobt, gemeinsam ausgewertet und weiterentwickelt.
  3. Transfer: Die Erfahrungen und Erkenntnisse werden für weitere Betriebe nutzbar gemacht. Insbesondere KMU wollen wir dabei begleiten, ihre eigenen Praktika und Probearbeiten so zu gestalten, dass beide Seiten die Passung besser einschätzen können.

Aktueller Stand

Am 30. Juni 2026 fand ein erster Austausch mit Unternehmen und weiteren relevanten Partner/innen aus der Ems-Achse statt. Gemeinsam wurden Herausforderungen rund um die Passung in der Ausbildung diskutiert und erste Ideen für einen regionalen Matchingansatz mit Passungspraktika entwickelt. Die Rückmeldungen aus der Praxis haben den Ansatz bestätigt und wichtige Impulse für die weitere Konzeptentwicklung geliefert.

Inzwischen ist der Arbeitskreis gestartet: Gemeinsam mit interessierten Ausbildungsbetrieben und weiteren Partner/innen aus der Region arbeiten wir an der konkreten Ausgestaltung der Passungspraktika. Im Mittelpunkt steht zunächst die Entwicklung der Blaupause bzw. des Qualitätsrahmens: Was braucht es, damit Praktika und Probearbeiten beiden Seiten tatsächlich helfen, die Passung vor Ausbildungsbeginn besser einzuschätzen?


Im Arbeitskreis mitwirken

Sie möchten Ihre Erfahrungen aus der Ausbildungspraxis einbringen und die Entwicklung des Konzepts aktiv mitgestalten? Dann freuen wir uns über Ihre Mitarbeit im Arbeitskreis. Gesucht werden insbesondere kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe aus der Ems-Achse-Region, die gemeinsam neue Wege entwickeln möchten, um Jugendliche und Ausbildungsbetriebe besser zusammenzubringen.

Jetzt Interesse am Arbeitskreis bekunden


Gefördert als JOBvision-Projekt

Die Entwicklung und Erprobung eines regionalen Matchingprozesses mit Passungspraktika ist ein kostenfreies Angebot des JOBvision-Projekts „Job-Rutsche Ems-Achse“ der Wachstumsregion Ems-Achse e. V. Mit der Initiative JOBvision fördert das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend bundesweit Projekte, die innovative Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entwickeln und erproben, um vakante Ausbildungsplätze nachhaltig zu besetzen, den Fachkräftebedarf in KMU zu decken und die duale Ausbildung zu modernisieren. Durchgeführt wird die Initiative vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Mehr Informationen finden Sie unter: JOBvision Programm | BIBB.