JOBvision hilft bei Ausbildung

Projekt „Job-Rutsche Ems-Achse“ stärkt kleine und mittlere Unternehmen

Papenburg. Viele kleine und mittlere Unternehmen kennen die Situation: Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, Bewerbungen gehen zurück und gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine erfolgreiche Ausbildung. Genau hier setzt das JOBvision-Projekt „Job-Rutsche Ems-Achse“ der Wachstumsregion Ems-Achse an. Ziel ist es, Ausbildungsbetriebe in Ostfriesland, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim mit praxisnahen Angeboten zu unterstützen – kostenfrei und individuell.

Das Projekt wird im Rahmen der Initiative „JOBvision“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und entwickelt gemeinsam mit Unternehmen Lösungen, um mehr Jugendliche für eine duale Ausbildung zu gewinnen und Ausbildungsverhältnisse langfristig erfolgreich zu gestalten. Dabei stehen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Mittelpunkt. Erste Angebote sind bereits verfügbar, weitere werden in den kommenden Monaten eingeführt.

„Mit der Job-Rutsche Ems-Achse schließen wir eine wichtige Lücke in der Fachkräftesicherung“, sagt Dr. Dirk Lüerßen, Geschäftsführer der Wachstumsregion Ems-Achse. „Während wir Unternehmen bereits in der Berufsorientierung und später in der Personalentwicklung begleiten, setzt dieses Projekt genau an der entscheidenden Schnittstelle an: beim erfolgreichen Übergang junger Menschen in die duale Ausbildung.“


Das Team der Job-Rutsche Ems-Achse bilden (von links) Marina Skaredow, Silke Rakers, Dirk Brinkmann und Projektleiter Fabian Rode

 

Nicht jede unbesetzte Ausbildungsstelle hat dieselbe Ursache. Deshalb bildet eine strukturierte Ursachenanalyse einen wichtigen Baustein des Projekts. Gemeinsam mit den Betrieben werden Herausforderungen systematisch betrachtet – von der Sichtbarkeit als Ausbildungsbetrieb über den Bewerbungsprozess bis hin zur Passung zwischen Betrieb und Auszubildenden. Ziel ist nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern vor allem die Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen für die jeweilige Situation.

„Viele Unternehmen wissen, dass sie etwas verändern müssen, haben im Tagesgeschäft aber oft nicht die Zeit oder personellen Ressourcen, ihre Ausbildungsprozesse strategisch weiterzuentwickeln“, sagt Projektleiter Fabian Rode. „Genau dabei möchten wir sie mit praxisnahen Angeboten, individueller Beratung und konkreten Lösungen für unsere Region unterstützen.“

Viele Unternehmen bieten attraktive Ausbildungsplätze an, werden von Jugendlichen jedoch kaum wahrgenommen. Deshalb entwickelt das Projekt verschiedene Unterstützungsangebote rund um das Thema Ausbildungsmarketing. Bereits verfügbar sind ein kostenfreier Online-Ratgeber mit zahlreichen Praxistipps sowie ein digitaler Selbstcheck, mit dem Betriebe ihre Sichtbarkeit als Ausbildungsbetrieb überprüfen können. Die Ergebnisse zeigen konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen auf – auch mit kleinen Maßnahmen und ohne großes Marketingbudget.

Eine erfolgreiche Ausbildung hängt nicht nur von passenden Bewerbungen ab, sondern auch von einer guten Begleitung im Ausbildungsalltag. Viele Betriebe erleben, dass sich die Anforderungen an die Ausbildung verändern und neue Fragestellungen entstehen. Deshalb startet im Oktober 2026 eine kostenfreie Workshop-Reihe, die Ausbilderinnen und Ausbilder sowie weitere Ausbildungsverantwortliche praxisnah dabei unterstützt, junge Menschen erfolgreich durch die Ausbildung zu begleiten und Herausforderungen im Ausbildungsalltag souverän zu meistern. Die erste Workshop-Reihe findet in Nordhorn statt und startet am 6. Oktober. Anmeldungen sind bis zum 29. September möglich.

Praktika bieten Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben eine gute Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und herauszufinden, ob es fachlich und persönlich passt. Doch ein Praktikum allein führt nicht automatisch in eine Ausbildung. Entscheidend ist, wie es gestaltet und begleitet wird und was sich daraus entwickelt. Deshalb unterstützt das Projekt Ausbildungsbetriebe dabei, Praktika gezielt als Brücke in die duale Ausbildung zu nutzen – von der Vorbereitung und Gestaltung über die Begleitung während des Praktikums bis hin zur Frage, wie der Kontakt anschließend in eine Ausbildung überführt werden kann. Dazu werden derzeit gemeinsam mit einem Arbeitskreis praxisnahe Ansätze entwickelt und erprobt.

Die Projektverantwortlichen laden interessierte Ausbildungsbetriebe aus Ostfriesland, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim ein, sich unverbindlich über die Angebote zu informieren oder sich aktiv an der Projektarbeit zu beteiligen. Ob Ursachenanalyse, individuelle Beratung, Workshops oder die Entwicklung neuer Praktikumsformate – alle Angebote sind für teilnehmende Unternehmen kostenfrei. Ziel ist es, gemeinsam die duale Ausbildung in der Region zukunftsfähig zu gestalten und mehr junge Menschen erfolgreich in Ausbildung zu bringen.

 

Weitere Informationen sowie die Kontaktdaten des Projektteams finden Interessierte unter https://info.emsachse.de/job-rutsche.html.

 

 

Info:

Mit der Initiative „JOBvision“ fördert das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend bundesweit Projekte, die innovative Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entwickeln und erproben, um vakante Ausbildungsplätze nachhaltig zu besetzen, den Fachkräftebedarf in KMU zu decken und die duale Ausbildung zu modernisieren. Durchgeführt wird die Initiative vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

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