Für viele Betriebe in der Wachstumsregion Ems-Achse sind KI und Robotik existenziell

150 Teilnehmer beim Forum im Technikum von Röchling Industrial in Haren

Wie kann ich Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) sinnvoll für meinen Betrieb nutzen. Wertvolle Antworten auf diese existenzielle Frage hat es jetzt bei der Veranstaltung “Robotik und KI – Effizienz und Innovation in der Produktion” in Haren gegeben. Dabei wurde schnell klar: Die Zeit des Zögerns ist vorbei.

Fast 150 Beschäftigte von Firmen aus Ostfriesland, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim nutzten die Chance, sich im Technikum der Firma Röchling Industrial SE & Co KG Impulse zu holen und konkrete Anwendungsmöglichkeiten für ihre eigenen Betriebsabläufe aufzeigen zu lassen. Veranstaltet wurde das Forum vom MEMA-Netzwerk, der IT-Achse, dem Kunstoff-Netzwerk der Wachstumsregion Ems-Achse sowie der gemeinnützigen Stiftung Robokind.


Rund 150 Teilnehmer nahmen an der Veranstaltung im Technikum von Röchling teil. Foto: Röchling

 

Manuela Verwold, Netzwerkmanagerin des Kunststoffnetzwerkes Ems-Achse hoffte, dass die Teilnehmer sich von den innovativen Ideen inspirieren lassen. So präsentierte Dr. Benjamin Panreck vom Krone Business Center DigITal aus Spelle einen humanoiden Roboter, der bereits in der Firma im Einsatz ist.


Ein humanoider Roboter zog die Blicke der Teilnehmer auf sich. Foto: Röchling

 

KI-Experte Michael Berndt wies darauf hin, dass gerade in China die Entwicklung von humanoiden Robotern rasant schnell voranschreitet. “Diese können bereits mühelos Lasten von 250 Kilogramm tragen.” Zudem arbeiten sie immer “feinfühliger”. Er forderte die Firmen in Deutschland zu mehr Lust “am Forschen und Entwickeln” auf. Aber auch KI werde immer schneller und effizienter. “Im Jahr 2031 werden KI-Systeme in wenigen Stunden Prozesse abarbeiten, für die ein Menschen ein ganzes Jahr benötigen würden”, prophezeite Berndt.


Es ist allerhöchste Zeit für den Einsatz von KI und Robotik in Deutschland sagt Experte Michael Berndt.

 

Nicht zuletzt dank des geförderten Projektes KIRIA entwickelten Firmen aus der Region bereits konkrete Anwendungsmodelle für ihre jeweiligen spezifischen Produktionsabläufe. Vier von ihnen wurden mit dem KIRIA-Preis der Robokind-Stiftung als KI-Botschafter ausgezeichnet. So entwickelten vier Auszubildende der Neuenhauser Maschinenbau GmbH aus der Grafschaft Bentheim eine Robotik, die dank künstlicher Intelligenz die Qualitätskontrolle bei der Produktion von Wellen im Maschinenbau durchführt.

Das fünfköpfige Team von Röchling Industrial setzt ebenfalls auf die Qualitätskontrolle. Wie Daniel Abel sagt, sortiert ihr System “verzogene Kunststoffleisten” aus. Diese werden somit bereits frühzeitig der täglichen Produktion entnommen. Dies gewährleiste im Anschluss einen sicheren Produktionsablauf und höhere Qualität.


Die Auszeichnung als KI-Botschafter überreichte Leif Griga (von links) an das Röchling-Team Daniel Abel, Maik Schütte, Julia Distler und Valeri Karastelev.

 

Ausgezeichnet wurden ferner die Neemann LiteFlexPackaging GmbH & Co. KG aus Leer sowie die Georg Utz GmbH aus Schüttorf. Leif Griga von der Robokind Stiftung appellierte an hiesige Unternehmen, speziell an kleine Betriebe, ebenfalls an den 20-stündigen Robotik- und KI-Kursen teilzunehmen. Diese seien kostenlos. Zudem könnten Firmen das KI-Labor in Hannover nutzen.


Über die Auszeichnung freuen sich die Beschäftigten der Neemann LiteFlexPackaging GmbH & Co. KG aus Leer.

 

Dietmar Telgenkämper, Global Technical Director Machined Components, sagte: “KI, Robotik und Automatisierung sind alternativlos, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, Fachkräfte zu entlasten und wettbewerbsfähig zu bleiben.”

Röchling selbst erwirtschaftete allein am Standort Haren mit seinen über 950 Beschäftigten, darunter 57 Auszubildende, einen Umsatz von 365 Millionen Euro im Jahr 2024. Weltweit waren es in der Gruppe mit 83 Standorten in 25 Ländern sogar 2,6 Milliarden Euro. Die fast 150 Teilnehmer konnten sich im Anschluss bei einem Firmenrundgang selbst ein Bild davon machen, wie sehr Robotik und Automation in Kooperation mit KI bereits in die Produktionsabläufe bei Röchling Einzug gehalten hat, Tendenz steigend.

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