Für Franca Osakue und ihre Familie aus Nigeria wird Papenburg zur zweiten Heimat

Welcome Center der Wachstumsregion Sprungbrett für beruflichen Neustart

Die Nigerianerin Franca Osakue ist eine hervorragend ausgebildete Fachkraft in der Finanzbuchhaltung, die seit 2021 im Emsland lebt. Als sie trotz ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten keine adäquate Anstellung findet, sucht sie in ihrer Not den direkten Kontakt zur Wachstumsregion Ems-Achse in Papenburg.

“Sie stand eines Tages plötzlich bei uns im Büro in Papenburg und fragte nach meinem Namen”, erinnert sich Projektleiterin Julia Noglik vom Welcome-Center. Franca Osakue lebt seit 2022 mit ihren drei Kindern und ihrem Mann in Papenburg. In ihrer afrikanischen Heimat arbeitete sie zuvor zwölf Jahre u.a. in leitenden Positionen mit einem Bachelor in Wirtschaft und Statistik im Bankensektor. “Zahlen sind einfach meine Sache und Leidenschaft”, sagt die selbstbewusste Frau in einem Pressegespräch.

Im Emsland angekommen, erlernte sie in Sprachkursen bei der Volkshochschule Papenburg zuerst die deutsche Sprache. Über das Projekt “Frauen finden Ihren Weg (FFIW)” im Rahmen des Programms “MYTURN” wurde die hochqualifizierte Fachkraft das erste Mal auf das Welcome Center der Wachstumsregion Ems-Achse aufmerksam.

“Am Hauptkanal in Papenburg sah ich dann das Schild der Wachstumsregion am Gebäude der Sparkasse.” Franca Osakue zögerte nicht lange, fuhr mit dem Fahrstuhl in den fünften Stock und ging einfach ins Büro.


Als Franca Osakue das Schild der Wachstumsregion Ems-Achse in der Kanalstadt entdeckte, ergriff sie ihre Chance.

 

Der Zufall wollte es, dass die Projektleiterin Julia Noglik an diesem Tag im März 2025 vor Ort war: “Sie sah mich an und sagte nur: `Ich habe dich gesucht`”, schildert die Projektleiterin die überraschende Begegnung. “Ich habe sie gleich mit ins Büro genommen”, so Julia Noglik. Nach einer kurzen Suche stießen die beiden Frauen auf eine offene Stelle auf der Internet-Seite der Agentur für Arbeit: Die Royal Caribbean Group (RCG), die bereits viele Kreuzfahrtschiffe auf der Meyer Werft bauen ließ, suchte Verstärkung für ihr Finanzteam in Papenburg.  

Nicht zuletzt, weil Julia Noglik einen guten Kontakt zu der Reederei unterhielt, ging alles ganz schnell. Franca Osakue wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. “Ich war sehr nervös”, beschreibt sie ihre Situation. Sie ist sehr dankbar, dass Julia Noglik ihr im Vorfeld “wichtige Ratschläge gegeben hat, mit welchen Fragen ich rechnen muss”, so die Finanzbuchhalterin. Das Training von Vorstellungsgesprächen auf Deutsch und die individuelle Beratung zum Bewerbungscoaching waren schließlich vom Erfolg gekrönt.  

Die 43-jährige Nigerianerin konnte ihre Vorgesetzte und das Team von sich überzeugen. Bereits vier Wochen später am 15. Mai 2025 trat sie ihren Job bei der Reederei an. Sie ist Mitarbeiterin in einem internationalen, zehnköpfigen Team, das die Finanzen der Neubauabteilung der Royal Caribbean Group in Europa managt.


Im Laufe der Zeit sind Projektleiterin Julia Noglik (links) und die Nigerianerin Franca Osakue enge Vertraute geworden.

 

Die Nigerianerin dankt besonders dem RCL-Team unter der Leitung von Sonja Wagner für die “tatkräftige und wertschätzende Unterstützung”. Dabei sei ihre Vorgesetzte eine tolle Motivatorin”.

“Ich habe anfangs 20 Stunden in der Woche gearbeitet und jetzt sind es 40.” Dabei klagt Franca Osakue nicht über zu viel Stress, sondern ist einfach nur dankbar: “Ich bin happy im Job.” Dabei könne sie sich die Arbeitszeiten auch dank Homeoffice sehr flexibel einteilen.

“Ich und mein Team waren schnell von unser neuen Kollegin überzeugt. Wir sind begeistert von ihrem Fleiß, ihrer Motivation und dem guten Spirit, mit dem sie das Team bereichert”, sagt Sonja Wagner, Senior Manager Finance Newbuild bei RCG, über die 43-jährige Nigerianerin.

Dabei half ihr der Arbeitgeber selbst bei privaten Angelegenheiten:  Ihre beiden Söhne, fünf und zwei Jahre alt, besuchen den Kindergarten bzw. die Krippe, und ihre achtjährige Tochter geht zur Grundschule. Dank der Unterstützung von RCG wird das jüngste Kind in der DRK-Betriebskita “Nautilus” der Meyer Werft betreut. Ihr Ehemann lebt und arbeitet bereits seit 2016 als Kranführer in Deutschland.

Die Familie hat in Papenburg eine neue Heimat gefunden: “Papenburg ist gut für uns. Die Menschen sind sehr freundlich.” Dabei ist die dreifache Mutter Julia Noglik und der Wachstumsregion Ems-Achse sehr dankbar: “Ich hatte damals fast keine Hoffnung mehr.” Mit dem Welcome Center sei die Zuversicht zurückgekehrt. “Julia hat mir mein Selbstvertrauen zurückgegeben”, sagt Franca. Sie sei Mentorin und Fürsprecherin in einer Person für sie gewesen. Für die Projektleiterin keine neue Erfahrung: “Auswärtige Fachkräfte haben es in Deutschland gerade anfangs sehr schwer und brauchen oft Unterstützung.”

Franca Osakue hat es auch dank des Welcome-Centers geschafft. Für sie ist “Deutschland ein gutes Land zum Leben”. Die fünfköpfige Familie will in Papenburg ein Einfamilienhaus kaufen, aber noch wichtiger ist “einen Job für meinen Mann” in der neuen Heimat finden. Der pendelt nämlich als Kranführer zwischen Papenburg und Hamburg und kann seine Familie nur an den Wochenenden sehen.

Derweil kümmert sich Projektleiterin Julia Noglik darum, dass der Bachelor-Abschluss von Franca Osakue offiziell in Deutschland anerkannt wird. Zuständig dafür ist die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen. Sie stuft einen Hochschulabschluss in das deutsche Bildungssystem ein. Die Gebühren von 208 Euro übernimmt in diesem Fall dankenswerterweise der Arbeitgeber, die Royal Caribbean Group.  

Die 43-Jährige ist dem Welcome-Center der Wachstumsregion Ems-Achse und ihrem Arbeitsgeber sehr dankbar. “Ich hoffe, dass mein Beispiel andere Migranten ermutigt”, sagt sie. Es lohne sich auf jeden Fall, “sich zu integrieren, in sich selbst zu investieren und eine positive Lebenseinstellung zu bewahren”.   

 


Papenburg ist für Franca Osakue (links) aus Nigeria nicht zuletzt dank der Unterstützung von Julia Noglik von der Wachstumsregion Ems-Achse zur neuen Heimat geworden.

Zurück